Veranstaltungsansicht

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Mi
Sep
2019
Haus Gutenberg - 4. Gutenberger Ethik-Forum: Populismus

Beginn: 19:00 Uhr
Ende: 22:00 Uhr
Ort: Haus Gutenberg
Haus Gutenberg - 4. Gutenberger Ethik-Forum: Populismus
Populismus – eine neue, alte Gefahr?

Wir leben in einer Zeit der negativen Renaissance, einer Zeit der Wiedergeburt von alten Wahnideen und Idiotien. Man liest nachdenklich den Satz, den Franz Grillparzer 1849 geschrieben hat: „Von der Humanität durch Nationalität zur Bestialität“.

Und man ahnt und weiss, dass die Humanität wieder bedroht ist, massiv wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Sie ist bedroht von gemeiner Rede und gemeiner Tat, von der Lust an politischer Grobheit, Flegelei und Unverschämtheit, von der Verhöhnung von Anstand und Diplomatie, sie ist bedroht von einer oft sehr rabiaten Missachtung des Respekts und der Achtung, die jedem Menschen zustehen, dem einheimischen Arbeitslosen, dem Flüchtling wie dem politischen Gegner.

Unsere aufgeklärte Gesellschaft ist bedroht von Skandalisierung, Hysterisierung, Autokratisierung. Diese Bedrohung ist da – aber sie ist nicht schicksalshaft, man kann etwas dagegen tun. Viele Beschreibungen des sogenannten Rechtspopulismus als einer global-eruptiven Erscheinung ähneln der Schilderung eines Vulkanausbruchs. Die Städte Pompeji und Herculaneum sind 79 nach Christus beim Ausbruch des Vesuvs untergegangen. Bisweilen wird, zumal in den Medien, so getan, als ereigne sich nun so etwas im Weltmassstab.

Man tut so, als sei mit dem sogenannten Rechtspopulismus ein Vesuv ausgebrochen, als giesse sich nun Aggression wie Lava in die Gesellschaft und als regne es nun Hass wie glühende Asche.

Das sind phlegmatische Beschreibungen, weil man damit so tut, als könne man dagegen eigentlich nichts machen. Das ist, das wäre politischer Fatalismus. Nicht vor dem sogenannten Populismus muss man sich fürchten, sondern vor solchem Phlegma.

Referent:
Prof. Dr. jur. Dr. theol. h.c. Heribert Prantl. Er war 25 Jahre lang Leiter der Redaktion Innnenpolitik der Süddeutschen Zeitung, sodann Chef des neuen Ressorts Meinung. Seit 1. März wirkt er als Kolumnist und Autor der SZ.

Populismus in Liechtenstein

Populismus ist zu einem festen Begriff in der Analyse von politischen Debatten und politischen Parteien geworden. Aber auch Politikerinnen und Politiker beschuldigen sich oft gegenseitig des Populismus. Andere wiederum können gut damit leben, als Populisten bezeichnet zu werden, da sie diese Bezeichnung als Ausdruck besonderer Volksnähe deuten.

In der Tat ist Populismus ein ambivalentes Phänomen, und es ist nicht alles schlecht, was populistisch ist. Umgekehrt geht von dem in verschiedenen Staaten zu beobachtenden Rechtspopulismus eine grosse Gefahr für zentrale Errungenschaften der Demokratie aus. Populismus darf also auch nicht verharmlost werden.

In Liechtenstein lässt sich bisher lediglich von populistischen Momenten und nicht von Populismus als Ideologie sprechen. In seinem Referat gibt Christian Frommelt, Politikwissenschaftler und Direktor des Liechtenstein-Instituts, Beispiele für Populismus in politischen Debatten und Programmen in Liechtenstein und stellt sie Analysen zum Populismus in anderen Staaten Europas gegenüber. Auch werden die Auswirkungen und Risiken des Populismus in Liechtenstein thematisiert.

Referent:
Dr. Christian Frommelt, Direktor Liechtenstein-Institut, Forschungsbeauftragter Politik

Datum:
Mittwoch, 11. September 2019, 19 Uhr mit anschliessendem Apéro

Beitrag:
CHF 25.00 (Abendkassse)

Wir bitten um Anmeldung bis 5. September 2019.

Anmeldemöglichkeiten:
Bildungs- und Seminarhaus Gutenberg
Burgweg 8
FL-9496 Balzers
Fürstentum Liechtenstein
Telefon: 00423 / 388 11 33
E-Mail:
oder online über unsere Webseite
www.haus-gutenberg.li


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